Lazard Levelized Cost of Storage (LCOS) — standardisierte Berechnung der Speicherstromgestehungskosten für verschiedene Technologien und Anwendungsfälle. Vergleicht Li-Ionen-BESS mit Pumpspeicher, Druckluft und Wasserstoff für Peaking, Frequency Response und Transmission Deferral.
LCOS berechnet sich aus CAPEX, OPEX, Degradation, Finanzierungskosten und Zyklennutzung über die Projektlaufzeit. Li-Ionen-BESS erreicht 10–18 ct/kWh je nach Anwendungsfall. 4-Stunden-Systeme für Peaking: 12–15 ct/kWh. Kurzzeitspeicher für Frequenzregelung: 8–12 ct/kWh. Die Methodik normiert unterschiedliche Technologien auf vergleichbare Größen.
LCOS ist theoretisch — reale Erlöse abhängig von Marktpreisvolatilität. Degradationsannahmen können von Realbetrieb abweichen (aggressives Cycling vs. konservativ). WACC-Sensitivität: 1% Zinsänderung = ca. 8–10% LCOS-Änderung. Augmentationskosten oft unterschätzt.
Keine einheitliche LCOS-Norm. Lazard-Methodik als Industriestandard. IEC TS 62933-4-1 (Environmental Issues). IRENA-Methodik für internationale Vergleiche. VDI 2067 (Wirtschaftlichkeit gebäudetechnischer Anlagen) als deutsche Referenz.
Discounted-Cashflow-Analyse über Projektlaufzeit (20–25 Jahre). Degradationsmodellierung (kalendarisch + zyklisch). Sensitivitätsanalyse für WACC, CAPEX, Zyklenanzahl. Szenario-Vergleich verschiedener Use Cases mit unterschiedlichen Cycling-Profilen.
Fehlende Berücksichtigung von Revenue Stacking (LCOS betrachtet nur einen Use Case). Keine Abbildung von Netzentgelten und regulatorischen Kosten in US-zentrierter Methodik. Degradationsmodelle oft zu optimistisch. Residualwert am Lebensende unklar.
Investoren: Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen Speichertechnologien und Anwendungsfällen. Versicherer: Bewertung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit über Projektlaufzeit. Betreiber: Optimierung der Betriebsstrategie nach LCOS-minimierende Zyklung.
Die Lazard LCOS-Studie ist neben NREL die zweite Schlüsselreferenz für die wirtschaftliche Bewertung von Speichertechnologien. Der Vergleich verschiedener Anwendungsfälle (Peaking, Frequency Response, Transmission Deferral) ist einzigartig.
Unverzichtbar für die Bewertung von Revenue-Stacking-Strategien: Lazard zeigt, in welchen Anwendungsfällen Li-Ionen-BESS wettbewerbsfähig ist. LCOS-Bandbreiten (10–18 ct/kWh) ermöglichen realistische Erlösbewertung.
EN-Gutachter verwendet die Lazard-Methodik als Referenz für LCOS-Berechnungen in Wirtschaftlichkeitsgutachten. Die Use-Case-Differenzierung ermöglicht präzise Bewertung spezifischer Erlösströme.
LCOS ist ein theoretisches Konzept — reale Erlöse hängen von Marktpreisen ab. Degradation und Zyklennutzung beeinflussen die reale LCOS erheblich. Finanzierungskosten variieren stark.
LCOS-Vergleiche werden in politischen Diskussionen zur Wettbewerbsfähigkeit herangezogen. Relevant für Ausschreibungsdesign und Kapazitätsvergütung.
EN-Gutachter empfiehlt Lazard als Standard-Referenz für LCOS-Vergleiche. Für deutsche Projekte müssen Netzentgelte und regulatorische Auflagen als zusätzliche LCOS-Komponenten berücksichtigt werden.
Letzte Aktualisierung: 20. Mai 2026