Fachliche Vertiefung — Auf einen Blick
Unsere TÜV-zertifizierten Photovoltaik-Sachverständigen erstellen gerichtsfeste Gutachten für PV-Anlagen jeder Größe — von der Dachanlage bis zum Solarpark. Ertragsgutachten, Schadensanalysen, Abnahmeprüfungen und Wertgutachten nach DIN VDE, bundesweit.
Eine Auswahl häufig gestellter Fragen
Eine PV-Anlage wandelt Sonnenlicht mittels Solarzellen direkt in elektrischen Strom um. Die Solarzellen bestehen aus Halbleitermaterialien (meist Silizium), in denen durch den photovoltaischen Effekt bei Lichteinfall Ladungsträger freigesetzt werden. Der erzeugte Gleichstrom wird durch einen Wechselrichter in netzkonformen Wechselstrom umgewandelt und kann ins öffentliche Netz eingespeist oder direkt verbraucht werden.
Die drei Haupttypen sind monokristalline, polykristalline und Dünnschichtmodule. Monokristalline Module haben den höchsten Wirkungsgrad (20–24 %) und benötigen weniger Fläche, sind aber teurer in der Herstellung. Polykristalline Module liegen bei 15–20 % Wirkungsgrad und sind etwas günstiger. Dünnschichtmodule haben den niedrigsten Wirkungsgrad (6–13 %), sind aber flexibel einsetzbar und performen besser bei diffusem Licht und hohen Temperaturen.
kWp (Kilowatt Peak) bezeichnet die Nennleistung eines PV-Moduls unter standardisierten Testbedingungen (STC: 1.000 W/m² Einstrahlung, 25 °C Zelltemperatur, AM 1,5). In der Praxis wird diese Leistung selten erreicht, da reale Bedingungen von den STC abweichen. Der tatsächliche Ertrag hängt von Standort, Ausrichtung, Verschattung, Temperatur und Systemverlusten ab.
In Deutschland liegt der spezifische Jahresertrag je nach Standort und Anlagenqualität zwischen ca. 850 und 1.100 kWh/kWp. Süddeutschland erreicht tendenziell höhere Werte als der Norden. Eine gut geplante und gewartete Anlage in Süddeutschland kann durchaus 1.000–1.100 kWh/kWp pro Jahr erzielen.
Die technische Lebensdauer einer PV-Anlage beträgt mindestens 25–30 Jahre, viele Anlagen sind auch nach 30+ Jahren noch funktionsfähig. Die Modulhersteller geben in der Regel eine Leistungsgarantie von 25–30 Jahren, wonach die Module noch mindestens 80–87 % der Nennleistung erbringen sollen. Wechselrichter haben eine kürzere Lebensdauer von ca. 10–15 Jahren und müssen im Anlagenleben in der Regel einmal getauscht werden.
Optimal ist eine Südausrichtung mit einer Neigung von ca. 30–35° in Deutschland. Abweichungen nach Südost oder Südwest führen nur zu geringen Ertragseinbußen (ca. 5 %). Ost-West-Ausrichtungen mit flacher Neigung sind bei Eigenverbrauchsoptimierung sogar vorteilhaft, da die Erzeugung gleichmäßiger über den Tag verteilt wird. Reine Nordausrichtungen sind wirtschaftlich nicht sinnvoll.
Die Anlagengröße richtet sich nach der verfügbaren Dachfläche, dem Stromverbrauch, dem gewünschten Eigenverbrauchsanteil und dem Budget. Seit der Novellierung des EEG und dem Wegfall der 70-%-Regelung für Neuanlagen wird empfohlen, die verfügbare Dachfläche möglichst vollständig zu belegen. Für Eigenheime sind Anlagen zwischen 5 und 15 kWp üblich, für Gewerbebetriebe und Mehrfamilienhäuser deutlich größer.
Verschattung durch Bäume, Nachbargebäude, Schornsteine, Antennen oder andere Aufbauten muss sorgfältig analysiert werden. Bereits eine Teilverschattung einzelner Zellen kann bei konventionell verschalteten Modulen die Leistung des gesamten Strings erheblich reduzieren. Moderne Moduloptimierung (Halbzellen-Technologie, Moduloptimierer, Mikrowechselrichter) kann Verschattungsverluste deutlich reduzieren. Eine professionelle Verschattungsanalyse berücksichtigt den Sonnenverlauf über das gesamte Jahr.
Ein Stromspeicher ist wirtschaftlich sinnvoll, wenn die Differenz zwischen Strombezugskosten und Einspeisevergütung groß genug ist und der Eigenverbrauchsanteil dadurch signifikant gesteigert werden kann. Bei aktuellen Strompreisen und Speicherkosten kann sich ein Speicher rechnen, wenn er den Eigenverbrauch von typischerweise 30 % auf 60–80 % steigert. Die Wirtschaftlichkeit hängt stark vom individuellen Lastprofil, der Speichergröße und den Anschaffungskosten ab.
Das Dach muss das zusätzliche Gewicht der PV-Anlage (ca. 10–15 kg/m² bei Aufdachanlagen, bis zu 25 kg/m² bei Flachdachsystemen mit Ballastierung) sowie Wind- und Schneelasten tragen können. Bei älteren Gebäuden oder grenzwertiger Statik ist ein statischer Nachweis durch einen Tragwerksplaner erforderlich. Besondere Aufmerksamkeit gilt durchdrungenen Dachabdichtungen und der Befestigung der Unterkonstruktion.