Was ist Elektrolumineszenz-Diagnostik bei Solarmodulen?

Kurzdefinition: Bildgebendes Diagnoseverfahren zur Detektion von Zelldefekten in Solarmodulen

Elektrolumineszenz (EL) ist ein bildgebendes Diagnoseverfahren, bei dem Solarmodule in Vorwärtsrichtung bestromt werden und dabei Infrarotstrahlung (ca. 1150 nm) emittieren. Defekte Zellbereiche erscheinen dunkel, da sie keinen oder weniger Strom leiten.

Elektrolumineszenz — Messprinzip StromquelleIsc × 0,1–1,0 PV-Modulemittiert IR (1150 nm) InGaAs-KameraBelichtung 5–30s Befund: Dunkelstellen =Risse, PID, Delamination Klassifikation nach IEC TS 60904-13: Klasse A (intakt) → B (Risse < 10% Zellfläche) → C (kritisch, > 10%) Messbedingungen: Dunkelheit erforderlich | Outdoor-EL mit Differenzverfahren möglich

Welche Defekte werden durch EL sichtbar?

EL-Aufnahmen zeigen: Zellbrüche (Mikrorisse bis Makrorisse), PID-betroffene Zellen, inaktive Zellbereiche, Lötstellen-Defekte, Finger-Unterbrechungen und Degradationsmuster. Die Methode ist nach IEC 60904-13 standardisiert.

Wann setzt EN-Gutachter Elektrolumineszenz ein?

EL ist das Standardverfahren bei Mängelgutachten, Gewährleistungsstreitigkeiten und Schadenbewertungen. In Kombination mit IV-Kennlinienmessungen und Thermografie ergibt sich ein vollständiges Defektbild auf Zellebene.

Häufige Fragen

Kann EL auch im Feld durchgeführt werden?

Ja, Outdoor-EL ist bei Dunkelheit möglich. EN-Gutachter führt Feld-EL-Messungen mit speziellen InGaAs-Kameras durch. Für große Anlagen ist die Kombination aus Drohnen-Thermografie (tagsüber) und stichprobenartiger EL (nachts) die effizienteste Methode.

Verwandte Begriffe

PID-EffektIV-Kennlinienmessung bei PhotovoltaikmodulenHotspots bei Solarmodulen

Praxisbeispiele

Dokumentierter Praxisfall:

Elektrolumineszenz: 847 verdeckte Zellrisse nach Hagelsturm

Realer anonymisierter Untersuchungsfall mit Messwerten, Zeitablauf und wirtschaftlicher Bewertung.